Als Arzt / Ärztin in der Schweiz zu arbeiten ist für viele ein Traum, schliesslich steht die Schweiz für eine hohe Lebensqualität, ein gutes Gesundheitssystem sowie einen ansehnlichen Arzt- / Ärztin-Lohn. Doch wie genau sieht es mit dem Lohn aus? Wie viel verdienen Ärzte/-innen in der Schweiz wirklich und was sind die massgeblichen Faktoren, die den Lohn beeinflussen? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich der nachfolgende Artikel. Hierbei wird auch ein Blick darauf geworfen, welche Auswirkungen Berufserfahrung und Fachrichtung auf den Verdienst haben.
Arzt / Ärztin – Lohn während des Studiums
Das Medizinstudium in der Schweiz ist ein umfangreiches und zeitaufwendiges Studium, das viele finanzielle Herausforderungen mit sich bringt. Im Allgemeinen gibt es für die angehenden Ärzte/-innen während des Studiums dabei keinen festen Lohn.
Eine Ausnahme bildet an vielen Universitäten das Wahlstudienjahr. In diesem ist man als Student/in als “Unterassistenz” angestellt und sammelt dabei wichtige praktische Erfahrungen und Eindrücke. In der Schweiz beträgt der Lohn für Unterassistenten/-innen im Schnitt knapp 1’200 Schweizer Franken pro Monat.
Nichtsdestotrotz haben viele Studierende die Möglichkeit, neben dem Studium in Spitälern oder anderen Gesundheitseinrichtungen zu arbeiten. Somit lässt sich ein zusätzliches Einkommen erzielen. Dabei hängt der Lohn als angehende/r Arzt / Ärztin von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel dem Arbeitgeber und der Art der Beschäftigung. Es gibt zudem auch Stipendien und andere finanzielle Unterstützungen, die Studierenden während des Studiums zugutekommen können und eine finanzielle Entlastung bieten.
Arzt / Ärztin – Lohn zum Berufseinstieg
Nach dem sechsjährigen Medizinstudium kann man in den Beruf einsteigen und eine Stelle als Assistenzarzt/-ärztin annehmen. Für diese beträgt der durchschnittliche Jahreslohn dabei etwa 95’000 Schweizer Franken. Laut Lohnbuch 2025 liegt der Lohn sogar bei ungefähr 8´105 Schweizer Franken. Im ersten Berufsjahr verdient man hiernach in der Anlaufstufe eins knapp 7’890 Schweizer Franken. Je nach Art der Einrichtung und Kanton kann es hierbei allerdings zu Schwankungen bezüglich des genauen Lohns kommen.
In der Regel steigert sich der Lohn eines/-r Assistenzarztes/-ärztin mit zunehmender Berufserfahrung. So beträgt das Monatseinkommen ab dem dritten Berufsjahr bereits 8’665 Schweizer Franken. Zudem muss man bei dieser Betrachtung berücksichtigen, dass es üblich ist, einen 13. Monatslohn zu erhalten. Dem folgend beliefe sich der Jahreslohn als junge/r Assistenzarzt/-ärztin auf 102´570 bis etwa 112´645 Schweizer Franken.
Arzt / Ärztin – Lohn nach Art der Einrichtung
Der Lohn eines/-r Arztes / Ärztin hängt stark von der Einrichtung ab, in der diese/r tätig ist. Die folgenden Angaben zur einrichtungsabhängigen Entlohnung beziehen sich dabei auf das Lohnbuch 2025. Demnach kann man in einem Spital als Assistenzarzt/-ärztin einen Bruttolohn von 7’890 bis 8’665 Schweizer Franken pro Monat verdienen.
Die weitere Karriereleiter innerhalb eines Spitals hält dabei noch einige Möglichkeiten zur Lohnsteigerung bereit. Demnach verdient man als Oberarzt/-ärztin etwa 9’272 Schweizer Franken, als leitende/r Arzt / Ärztin 12´156 Franken und als Chefarzt/-ärztin rund 13’977 Schweizer Franken. Einen Spitzenlohn als Arzt / Ärztin kann man zudem als Direktor/in eines Universitätsspitals erzielen. In dieser Position beträgt der durchschnittliche Verdienst 16’057 Schweizer Franken brutto pro Monat.
Viele Ärzte/-innen in der Schweiz entscheiden sich ausserdem dafür, in einer eigenen Praxis zu arbeiten. Der genaue Lohn als Arzt / Ärztin mit einer Privatpraxis hängt hierbei von der Anzahl der Patienten/-innen, den erbrachten Leistungen und dem Standort der Praxis ab. Laut einer Erhebung des Bundesamts für Statistik aus dem Jahr 2019, verdienen selbständig tätige Ärzte/-innen in eigener Praxis hierbei einen durchschnittlichen Jahreslohn von etwa 204’985 Schweizer Franken.
Daneben besteht die Option, in der pharmazeutischen Industrie zu arbeiten. Der Arzt- / Ärztinnen-Lohn fällt hier ebenfalls sehr unterschiedlich aus und hängt zudem von der Position ab.
Assistenzarzt/ärztin Stellenangebote
Lohn in Einrichtungen mit Gesamtarbeitsvertrag (GAV)
Neben der Art der Einrichtung in der man als Arzt / Ärztin tätig ist, spielen bei der Entlohnung auch Gesamtarbeitsverträge eine wichtige Rolle. Bestehen derartige Vereinbarungen für eine Einrichtung oder innerhalb eines Kantons und inkludieren den Arztberuf, richten sich die zu erwartenden Arztgehälter in der Regel nach diesen. Für Ärzte/-innen bestehen in der Schweiz dabei verschiedene Gesamtarbeitsverträge. Im Kanton Bern gibt es beispielsweise den “GAV Berner Spitäler und Kliniken”, wonach folgende Lohnspannen festgelegt werden:
| Karrierelevel | Lohnband | Jahreslohn Minimum | Jahreslohn Maximum |
| Assistenzarzt/-ärztin | 21 | 93'672 CHF | 149'876 CHF |
| Stellvertretung Oberarzt/-ärztin | 23 | 104'173 CHF | 166'676CHF |
| Oberarzt/-ärztin II | 24 | 109'969 CHF | 175'951 CHF |
| Oberarzt/-ärztin I, Spitalfacharzt/-ärztin | 25 | 116'150 CHF | 185'838 CHF |
Quelle: GAV der Berner Spitäler und Kliniken
Weiterhin bestehen entsprechende Verträge für die Assistenz- und Oberärzte/-innen des Spital Wallis, das Luzerner Kantonsspital sowie das Kantonsspital Aargau. Nach dem GAV Bern werden Asssistenzärzt/-innen in
Arzt / Ärztin – Lohn nach Facharztrichtung
Im Rahmen der Studie des Bundesamts für Statistik ist auch zu erkennen, dass der zu erwartende Lohn von Ärzten/-innen stark in Abhängigkeit von der gewählten Facharztrichtung variiert. Hierbei muss neben der Ausrichtung zusätzlich auch eine Differenzierung in angestellt tätige Fachärzte/-innen und selbständige Erwerbende vorgenommen werden, da hier zum Teil erhebliche Lohnunterschiede zu erkennen sind.
Demnach verdienen beispielsweise selbstständige Ärzte/-innen in der Grundversorgung im Durchschnitt etwa 199’975 Schweizer Franken. Der Lohn der Psychiater/innen mit eigener Praxis liegt hingegen deutlich darunter, während Chirurgen/-innen nochmals deutlich mehr verdienen. Wie sich die Lohnunterschiede der verschiedenen Fachrichtungen dabei genau verhalten, zeigt die nachfolgende Tabelle an einigen Beispielen.
| Fachrichtung | Durchschnittslohn |
| Grundversorgung | 199'975 CHF |
| Psychiatrie | 126'633 CHF |
| Gynäkologie und Geburtshilfe | 258'029 CHF |
| Fachmedizin ohne chirurgische Tätigkeit | 278'574 CHF |
| Fachmedizin mit chirurgischer Tätigkeit | 318'656 CHF |
Quelle: Bundesamt für Statistik (BFS): Einkommen der selbstständigen Ärztinnen
und Ärzte in Arztpraxen im Jahr 2019
Arzt / Ärztin – Lohn nach Kantonen
Da die Schweiz insgesamt in 26 Kantone untergliedert ist, gibt es diesbezüglich einige, zum Teil recht eindrückliche Unterschiede, wenn man den Lohn als Arzt / Ärztin betrachtet. Dabei muss man berücksichtigen, dass die meisten Kantone eigenständige Richtlinien zur Vergütung des Personals im Gesundheitswesen festlegen. Eine Möglichkeit sind hierfür beispielsweise auch die bereits genannten Gesamtarbeitsverträge, die den Lohn anhand von Lohnbändern oder Lohnskalen genauer definieren.
Die regionalen Unterschiede in der Lohnstruktur für Ärzte/-innen fallen dabei deutlich bei einer Betrachtung der Medianlöhne auf. Demnach kann man als Arzt/Ärztin die höchsten Löhne in den Kantonen Wallis, Aargau und Bern erwarten. Hier liegt der Median des Einkommens bei 150’000 Schweizer Franken pro Jahr und aufwärts. Die Schlusslichter hingegen bildet der Kanton Genf: In dieser Region liegt das Median-Einkommen bei 104’000 Schweizer Franken.
Achtung: Besteuerung
Um sich ein genaueres Bild des Nettolohnes als Arzt / Ärztin machen zu können, sollte man in jedem Falle auch die Besteuerung berücksichtigen. Diese ist regional sehr heterogen. Der durchschnittliche Steuersatz für das Einkommen beträgt in der gesamten Schweiz 33,2 Prozent. Am höchsten ist er in Genf mit 43,2 Prozent, während beispielsweise in Zug nur 22,2 Prozent fällig sind, also rund die Hälfte.
Arzt / Ärztin – Lohn nach Alter und Geschlecht
Im Arztberuf hat das individuelle Alter zumeist deutlichen Einfluss auf das Einkommen. Grund dafür ist, dass man mit zunehmendem Alter in der Regel auch mehr berufliche Erfahrung und Expertise angesammelt hat. Dieser Umstand spiegelt sich häufig beim Lohn der Mediziner/-innen wider. So verdient etwa ein/e junge/r Arzt / Ärztin mit unter 25 Jahren etwa 78’000 Schweizer Franken brutto pro Jahr. Dieser Wert steigt jedoch mit fortschreitendem Lebensalter an, denn in der Altersgruppe zwischen 35 und 45 Jahren beträgt der jährliche Arzt- / Ärztinnen-Lohn etwa 120’000 Franken. Die nachfolgende Tabelle veranschaulicht diesen Umstand recht eindrücklich, wobei auch hier die jeweilige Datengrundlage zu berücksichtigen ist.
Zudem existiert in der Schweiz eine Gender Pay Gap; Frauen und Männer in vergleichbaren Positionen verdienen also nicht gleich viel. Insgesamt verdienen Frauen in der Schweiz etwa 19 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Diese Tendenz findet man auch im medizinischen Bereich, allerdings aktuell nur minimalst ausgeprägt. Demnach verdient ein männlicher Arzt im Alter von mehr als 55 Jahren im Median 169’000 Schweizer Franken pro Jahr, wohingegen der Lohn einer weiblichen Ärztin bei 168’000 Schweizer Franken liegt.
| Alter | Männer | Frauen |
| bis 25 Jahre | 78'000 CHF | 78'000 CHF |
| 25 bis 35 Jahre | 95'000 CHF | 95'500 CHF |
| 35 bis 45 Jahre | 120'000CHF | 118'864 CHF |
| 45 bis 55 Jahre | 162'500 CHF | 161'250 CHF |
| älter als 55 Jahre | 169'000 CHF | 168'000 CHF |
Arzt / Ärztin – Verdienst im Vergleich mit anderen Berufen
Zunächst einmal sollte man festhalten, dass der Lohn für Ärzte/-innen in der Schweiz im internationalen Vergleich zu den höheren Verdienstmöglichkeiten zählt. Allerding ist dabei zu beachten, dass zudem die Lebenskosten hierzulande höher sind als in vielen anderen Ländern.
Doch auch im Schweizer Gesundheitswesen befindet sich der Lohn für Ärzte/-innen in der Regel am oberen Ende der Lohnliste. Der Unterschied zu anderen Berufen, die ebenfalls ein mehrjähriges Studium voraussetzen, ist dabei recht deutlich. Beispielsweise verdient ein/e Psychologe/-in nach einer sechsjährigen Ausbildung durchschnittlich etwa 7´657 Schweizer Franken. Dahingegen kann man als Assistenzarzt/-ärztin einen Lohn von durchschnittlich 8’105 Schweizer Franken erwarten.
Vor allem nach dem Erreichen der verschiedenen Karrierestufen in der beruflichen Laufbahn als Arzt / Ärztin, setzt sich die Vergütung nochmal deutlich von der anderer Gesundheitsberufe ab. Dieser Umstand ist in der anschliessenden Tabelle mit Angaben aus dem Lohnbuch 2025 gut erkennbar.
| Beruf | Monatslohn |
| Pflegefachperson HF | 6´007 CHF |
| Assistenzzahnarzt/-ärztin (1. Berufsjahr) | 5´195 CHF |
| Hebamme | 6´755 CHF |
| Psychologe/-in | 7´657 CHF |
| Apotheker/in | 7´500 CHF |
| Oberarzt/-ärztin | 9´272 CHF |
| Chefarzt/-ärztin | 13´977 CHF |
Quelle: Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich, Amt für Wirtschaft und Arbeit, Lohnbuch 2025, orell füssli
Arzt / Ärztin – Mehr Lohn durch Fort- und Weiterbildungen
Eine kontinuierliche Fort- und Weiterbildung ist einer der wichtigsten Grundsätze für praktizierende Ärzte/-innen. Das Feld der Medizin befindet sich in einem stetigen Wandel; nahezu dauerhaft werden relevante Entdeckungen gemacht und neue wissenschaftliche Erkenntnisse gesammelt. Um dabei stets auf dem aktuellen Stand der Forschung zu bleiben und somit für Patienten/-innen die bestmögliche Behandlung gewährleistet zu können, ist der Erwerb von neuem Wissen sehr wichtig. Oftmals macht sich ein grösserer Wissensschatz auch in finanzieller Hinsicht bemerkbar, denn mit Fort- und Weiterbildungen lässt sich in vielen Fällen der persönliche Arzt- / Ärztinnen-Lohn deutlich verbessern.
Eine erste Möglichkeit besteht darin, nach dem Eintritt in das Berufsleben als Assistenzarzt/-ärztin eine Weiterbildung zum/-r Facharzt/-ärztin in einem speziellen Bereich der Medizin zu absolvieren. Diese dauert im Normalfall zwischen vier und sechs Jahren. Je nach angestrebtem Fachbereich beträgt der Lohnsprung zwischen Assistenz- und Facharzt/-ärztin 2´000 Schweizer Franken brutto pro Monat oder auch mehr.
Daneben bietet es sich auch an, diverse Zusatzausbildungen zu absolvieren. Diese können wiederum zu einer höheren Vergütung führen, da sie es einem/-r Arzt / Ärztin ermöglichen, in spezialisierten Bereichen tätig zu sein, die höhere Honorare bieten. Zu den beliebtesten Weiterbildungen zählen in der Schweiz beispielsweise Notfallmedizin, Palliativmedizin und Schmerztherapie.
Schliesslich können auch verschiedene Fortbildungen in den Bereichen Management, Personalwesen und Führungskompetenz dazu führen, dass man innerhalb der medizinischen Einrichtung eine leitende Position einnehmen kann. Dieser Aufstieg ist in der Regel zudem mit einem höheren Lohn verbunden. Demnach verdient man als leitende/r Arzt / Ärztin in einem Spital im Schnitt 12’156 Schweizer Franken pro Monat.
Passende Stellenangebote für Ärzte/-innen
Auf der Suche nach einem passenden Job als Arzt / Ärztin? Auf Medi-Karriere gibt es viele Angebote für Assistenzärzte/-innen, freie Stellen als Oberarzt/-ärztin sowie eine Menge weiterer Arzt-Stellenangebote.
- Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich, Amt für Wirtschaft und Arbeit: Lohnbuch 2025, orell füssli
- Thieme, PJ-Tertial in der Schweiz, https://www.thieme.de/... (Abrufdatum: 10.05.2025)
- VSAO, Ausführungsbestimmungen Richtfunktionen GAV Berner Spitäler und Kliniken, https://vsao-bern.ch/... (Abrufdatum: 15.05.2025)
- VSAO, Gesamtarbeitsvertrag Berner Spitäler und Kliniken, https://vsao-bern.ch/... (Abrufdatum: 15.05.2025)
- Luzerner Kantonsspital, Gesamtarbeitsvertrag, https://cms.luks.ch/... (Abrufdatum: 10.05.2025)
- Kantonsspital Aarau, Gesamtarbeitsvertrag für die Aargauer Kantonsspitäler, https://www.ksa.ch/... (Abrufdatum: 10.05.2025)
- Bundesamt für Gesundheit BAG, Einkommen der selbstständigen Ärztinnen
und Ärzte in Arztpraxen im Jahr 2019, https://www.bfs.admin.ch/... (Abrufdatum: 15.05.2025)











