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Medizinisch-technische Berufe in der Schweiz verbinden naturwissenschaftliches Know-how mit moderner Medizintechnik. Sie spielen eine zentrale Rolle in Diagnostik, Therapie und Forschung – Von der Laboranalyse über die Radiologie bis hin zur Medizintechnik. Neben spannenden Tätigkeiten sind auch die Lohnperspektiven ein wichtiger Faktor bei der Berufswahl. Die Löhne in medizinisch-technischen Berufen variieren je nach Ausbildungsweg, Spezialisierung und Verantwortungsbereich teilweise deutlich.
Während Einsteiger mit EFZ eher im mittleren Lohnbereich starten, steigen die Einkommen mit Weiterbildungen, HF-Abschlüssen oder einem Studium spürbar an. Dieser Überblick zeigt Dir, welche Löhne in medizinisch-technischen Berufen möglich sind, welche Faktoren den Lohn beeinflussen und wie Du Dein Einkommen gezielt steigern kannst.
Das Wichtigste in Kürze
Die Löhne in medizinisch-technischen Berufen in der Schweiz unterscheiden sich je nach Ausbildungsweg und Einsatzbereich deutlich. Ein Einstieg über eine EFZ-Lehre führt in der Regel zu Löhnen im Bereich von etwa 4'500 und 6'500 Schweizer Franken pro Monat. Mit zusätzlicher Qualifikation wie einer Berufsprüfung (BP) oder Höheren Fachprüfung (HFP) sind bereits Lohnsteigerungen möglich. Berufe auf HF-Niveau, wie etwa in der Radiologie oder Labordiagnostik erreichen häufig mittlere bis höhere Einkommen zwischen 6'000 und 8'000 Schweizer Franken. Akademische Abschlüsse, beispielsweise in der Medizintechnik oder Chemie, sowie Weiterbildungen und Führungsfunktionen eröffnen zusätzlich attraktive Karriere- und Verdienstmöglichkeiten.
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Welche Faktoren beeinflussen den Lohn?
Die Löhne in medizinisch-technischen Berufen werden vor allem durch das Ausbildungsniveau, die Berufserfahrung und die Spezialisierung bestimmt. Fachkräfte mit einer höheren Qualifikation wie HF, FH oder Universität erzielen in der Regel höhere Einstiegsgehälter und bessere Entwicklungsmöglichkeiten. Auch der Tätigkeitsbereich spielt eine Rolle: Spezialisierte Bereiche wie Radiologie, Labordiagnostik oder Medizintechnik sind oft besser bezahlt als Einstiegsfunktionen.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Arbeitgeber. Spitäler, Forschungseinrichtungen oder industrielle Unternehmen zahlen häufig unterschiedlich hohe Löhne. Zudem können kantonale Unterschiede bestehen, wobei in urbanen Regionen oft höhere Gehälter gezahlt werden. Zusatzfunktionen wie Leitungsaufgaben oder Spezialisierungen wirken sich ebenfalls positiv auf den Lohn aus.
Geltende Gesamtarbeitsverträge und Lohntabelle
In medizinisch-technischen Berufen kommen teilweise Gesamtarbeitsverträge (GAV) zur Anwendung, insbesondere in Spitälern oder öffentlichen Einrichtungen. Diese regeln Mindestlöhne, Erfahrungsstufen und Zulagen. Die tatsächlichen Löhne können je nach Erfahrung, Funktion und Arbeitgeber variieren.
| Ausbildungsniveau | Typische Lohnspanne |
| EFZ | ca. 4’500 - 6’500 CHF |
| BP / HFP | ca. 5’500 - 7’500 CHF |
| HF | ca. 6’000 - 8’000 CHF |
| FH / Studium | ca. 6’500 - 9’000 CHF |
Lohn in medizinisch-technischen Berufen mit EFZ
Zu den klassischen EFZ-Berufen im medizinisch-technischen Bereich gehören unter anderem Laboranten, Physiklaboranten, Chemie- und Pharmatechnologen oder Hörsystemakustiker. Diese Berufe bilden die Grundlage für viele Tätigkeiten in Laboren, der Industrie oder im Gesundheitswesen.
Laboranten verdienen durchschnittlich rund 5’340 Schweizer Franken pro Monat, wobei der Einstieg meist bei etwa 4’600 Schweizer Franken liegt. Ähnliche Werte gelten für Physiklaboranten und Chemie- und Pharmatechnologen, deren Löhne je nach Branche variieren können. Physiklaboranten verdienen im Schnitt 5’460 Schweizer Franken pro Monat und Chemie- und Pharmatechnologen im Mittel 6’428 Schweizer Franken.
Hörsystemakustiker verdienen im Schnitt monatlich etwa 6’250 Schweizer Franken. Orthopädieschuhmacher liegen im Durchschnitt bei einem monatlichen Lohn von etwa 5’000 Schweizer Franken und bei einem Einstiegslohn von 4’586 Schweizer Franken. Zahntechniker verdienen im Schnitt 5’100 Schweizer Franken im Monat und Medizinproduktetechnologen erzielen etwa 5’690 Schweizer Franken im Monat.
In der Ausbildung zum medizinisch-technischen Beruf in der Schweiz erhalten Lehrlinge eine monatliche Vergütung, die je nach Beruf und Lehrjahr steigt. Typische Richtwerte sind beispielsweise etwa 760 Schweizer Franken im ersten Jahr einer Laboranten-Lehre und bis über 1’400 Schweizer Franken im dritten Jahr einer Ausbildung zum Medizinproduktetechnologen. Bei Physiklaboranten kann der Lohn sogar bis knapp 1’800 Schweizer Franken im letzten Lehrjahr steigen.
Weitere Details zu den Löhnen findest Du hier:
- Chemie- und Pharmatechnologe Lohn
- Hörsystemakustiker Lohn
- Laborant Lohn
- Physiklaborant Lohn
- Orthopädieschuhmacher Lohn
- Zahntechniker Lohn
- Medizinproduktetechnologe Lohn
Lohn in medizinisch-technischen Berufen mit BP und HFP
Nach einer EFZ-Ausbildung kann eine Spezialisierung über eine Berufsprüfung (BP) oder Höhere Fachprüfung (HFP) erfolgen. Diese Qualifikationen erhöhen die Verantwortung und können zudem den Lohn steigern.
Beispielsweise können Hörsystemakustiker mit einer Höheren Fachprüfung monatlich bis zu 7’500 Schweizer Franken verdienen. Auch Orthopädieschuhmacher mit weiterführender Qualifikation erreichen ähnliche Lohnbereiche, insbesondere wenn sie Führungsverantwortung übernehmen oder einen eigenen Betrieb führen.
Im Beruf als Fachperson für neurophysiologische Diagnostik (FNP) verdient man im Mittel 8’082 Schweizer Franken im Monat bei einem Einstiegslohn von 6’615 Franken. Als Fachmann für Rehatechnik verdient man etwa 6’500 Franken monatlich.
Mehr Informationen zum Verdienst in den Berufen findest Du hier:
Lohn in medizinisch-technischen Berufen nach HF
Berufe, die über eine Höhere Fachschule (HF) erlernt werden, zählen zu den zentralen medizinisch-technischen Fachrichtungen. Dazu gehören insbesondere Biomedizinische Analytiker und Radiologiefachpersonen. Biomedizinische Analytiker verdienen etwa 6’007 Schweizer Franken im Monat nach einem Einstiegslohn von 5’412 Schweizer Franken. Radiologiefachpersonen erhalten als Lehrlinge 1’500 Schweizer Franken im Monat und im Berufseinstieg 5’700 Schweizer Franken. Der spätere mittlere Lohn liegt bei 6’200 Schweizer Franken.
Mehr zu den Löhnen dieser Berufe gibt es hier:
Lohn in medizinisch-technischen Berufen nach Studium
Akademische Berufe im medizinisch-technischen Bereich, etwa in der Chemie oder Medizintechnik, bieten besonders gute Verdienstmöglichkeiten. Sie erfordern ein Studium an einer Fachhochschule oder Universität.
Chemiker verdienen im Durchschnitt etwa 7’488 Schweizer Franken pro Monat bei einem Einstiegslohn von 6’769 Schweizer Franken. Während der Zeit des Studiums erhalten Studenten keinen Lohn und müssen die Semestergebühren bezahlen, die bei etwa 720 bis 750 Franken pro Halbjahr liegen. Praktika können zusätzliche Gebühren bedeuten. Auch für die Bewerbung nimmt die Universität Zürich zum Beispiel eine Gebühr von 150 bis 500 Franken, abhängig von einem vorliegenden Schweizer Bildungsabschluss.
In der Medizintechnik liegt der Einstiegslohn bei etwa 5’856 Schweizer Franken und der mittlere Lohn im späteren Berufsleben bei 6’703 Schweizer Franken. Hier können die Löhne je nach Position, Branche und Verantwortung sogar darüber liegen. Insbesondere in der Industrie oder in leitenden Funktionen sind hohe Löhne möglich. An der Universität Zürich liegen die Semestergebühren bei etwa 720 Schweizer Franken pro Semester. Die Bewerbungsgebühr beträgt 100 Franken.
Mehr Details zum Löhnen nach einem Studium findest Du hier:
Lohn in medizinisch-technischen Berufen nach Weiterbildung (CAS, MAS, DAS)
Weiterbildungen wie CAS, MAS oder DAS ermöglichen es Fachkräften, sich zu spezialisieren oder Führungspositionen zu übernehmen. Ein Beispiel ist die medizinische Kodierung, die häufig eine zusätzliche Qualifikation erfordert.
Medizinische Kodierer verdienen als Lehrlinge 750 Schweizer Franken monatlich, der Einstiegslohn liegt bei 6’667 Schweizer Franken im Monat und der spätere Durchschnittslohn beträgt 7’226 Schweizer Franken. Mit wachsender Erfahrung oder Spezialisierung können die Löhne weiter steigen. Weiterbildungen im Bereich Management oder Spezialisierungen wirken sich besonders positiv aus, wenn sie mit mehr Verantwortung verbunden sind.
Mehr Informationen findest Du hier:
Wie kannst Du Deinen Lohn steigern?
Die höchsten Löhne im medizinisch-technischen Bereich erzielen Fachkräfte mit hoher Qualifikation, Spezialisierung und Verantwortung. Besonders gut verdienen biomedizinische Analytiker, Radiologiefachpersonen oder Fachkräfte in der Medizintechnik.
Ein wichtiger Faktor für die Lohnsteigerung ist die Weiterbildung. Der Schritt von EFZ zu BP, HFP oder HF führt häufig zu deutlich höheren Einkommen. Auch ein Studium oder zusätzliche Qualifikationen wie CAS oder MAS verbessern die Karrierechancen erheblich.
Zudem wirken sich Führungsverantwortung, Spezialisierung und Arbeitgeberwahl positiv auf den Lohn aus. Positionen in Spitälern, der Industrie oder Forschungseinrichtungen bieten häufig höhere Gehälter. Auch der Arbeitsort spielt eine Rolle: In städtischen Regionen sind die Löhne oft höher als in ländlichen Gebieten.
| Beruf | Einstiegslohn | Durchschnittslohn |
| Laborant EFZ | 4’500 CHF | 5’500 CHF |
| Chemie- und Pharmatechnologe EFZ | 4’500 CHF | 5’700 CHF |
| Hörsystemakustiker EFZ | 4’500 CHF | 6’200 CHF |
| Orthopädieschuhmacher EFZ | 4’500 CHF | 5’000 CHF |
| Biomedizinischer Analytiker HF | 5’400 CHF | 6’000 CHF |
| Radiologiefachfrau HF | 5’700 CHF | 6’200 CHF |
| Chemiker FH / Uni | 6’700 CHF | 7’500 CHF |
| Medizintechniker FH | 5’900 CHF | 6’700 CHF |
| Medizinischer Kodierer | 6’700 CHF | 7’300 CHF |
Passende Jobs in medizinisch-technischen Berufen
Passende Jobs in medizinisch-technischen Berufen gibt es bei Medi-Karriere. Hier findest Du Stellen als Radiologiefachmann, Jobs als Medizintechniker, Stellenangebote als Medizinischer Kodierer und viele mehr.
Häufige Fragen
- In welchen medizinisch-technischen Berufen erziele ich den höchsten Verdienst?
- Welche Rollen spielen Gesamtarbeitsverträge in medizinisch-technischen Berufen?
- Beeinflusst der Kanton den Lohn?
Die höchsten Löhne erzielen Berufe mit HF- oder akademischem Abschluss. Dazu gehören Biomedizinischer Analytiker, Radiologiefachpersonen, Chemiker und Medizintechniker. Spezialisten mit Weiterbildungen oder Leitungsfunktionen verdienen zusätzlich mehr.
GAV gelten vor allem im öffentlichen Gesundheitswesen – insbesondere in Spitälern. Sie regeln Mindestlöhne, Zuschläge, Ferien und Arbeitszeiten und sorgen für transparente vergleichbare Löhne, beispielsweise für Laboranten, Radiologiefachpersonen, Biomedizinische Analytiker oder Medizinproduktetechnologe. Private Unternehmen können davon abweichen.
Ja, die Region spielt eine Rolle. In städtischen Kantonen wie Zürich oder Genf sind die Löhne tendenziell höher als in ländlichen Regionen. Auch GAV-gebundene Spitäler zahlen in der Regel klar definierte Mindestlöhne und Erfahrungsstufen, während private Arbeitgeber stärker variieren können.




