Inhaltsverzeichnis
Ob moderne Bildgebung, präzise Laboranalysen oder die Entwicklung und Anpassung medizinischer Hilfsmittel: Medizinisch-technische Berufe bilden ein vielseitiges Berufsfeld im Schweizer Gesundheitswesen. Sie verbinden medizinisches Wissen mit Technik, Handwerk und Naturwissenschaften und eröffnen attraktive berufliche Perspektiven. Dieser Überblick zeigt, welche Berufsfelder zu den medizinisch-technischen Berufen gehören, welche Aufgaben die Berufe prägen und welche Ausbildungs-, Verdienst- und Entwicklungsmöglichkeiten sich im medizinisch-technischen Bereich in der Schweiz bieten.
Inhaltsverzeichnis
Medizinisch-technische Berufe – Überblick
Das Berufsfeld der medizinisch-technischen Berufe umfasst spezialisierte Fach- und Technikberufe im Schweizer Gesundheitswesen, die durch technische, handwerkliche oder analytische Tätigkeiten geprägt sind. Sie erfordern ein hohes Maß an naturwissenschaftlichem sowie medizinischem Verständnis. Die folgende Tabelle stellt die Tätigkeiten und Bandbreite der Berufe in diesem Arbeitsfeld dar.
| Bereich | Beschreibung / Tätigkeiten |
| Radiologie | Umfasst alle bildgebenden Verfahren wie Röntgen, CT, MRI oder Ultraschall. Radiologiefachpersonen arbeiten an modernen Geräten, führen Untersuchungen durch, dokumentieren Ergebnisse und unterstützen ärztliche Diagnosen. |
| Augenheilkunde / Optik | Tätigkeiten rund um das Sehen: Anpassung und Herstellung von Sehhilfen, Durchführung optischer Messungen sowie Betreuung in augenoptischen Fachgeschäften. |
| Orthopädie | Technische Versorgung des Bewegungsapparates. Dazu gehören die Anfertigung und Anpassung von Prothesen, Orthesen, Korsetten und weiteren orthopädischen Hilfsmitteln sowie die Beratung von Patienten |
| Zahntechnik | Herstellung, Anpassung und Reparatur von Zahnersatz, Spangen, Schienen und weiteren dentalen Apparaturen. |
Medizinisch-technische Berufe mit EFZ
Augenoptiker sind Fachpersonen für Sehhilfen, die Kundinnen und Kunden bei der Auswahl, Anpassung und Pflege von Brillen, Kontaktlinsen und weiteren optischen Produkten beraten und unterstützen. Dazu führen sie Sehtests durch, bestimmen Sehwerte, beraten zu passenden Produkten und justieren Brillengläser sowie Fassungen. Augenoptiker haben die Möglichkeit, sich in Bereichen wie Kinderoptometrie, Kontaktlinsen oder in der Arbeit mit modernen optischen Mess- und Anpassungstechnologien weiterzuentwickeln und so technisch oder beratend anspruchsvollere Tätigkeiten zu übernehmen.
Hörsystemakustiker absolvieren eine dreijährige duale Ausbildung, welche sich in Praxis in Fachgeschäften und Theorie durch Unterrichtsblöcke gliedert. Die Voraussetzung ist der obligatorische Schulabschluss. Hörsystemakustiker führen Hörtests durch, beraten zu Hörgeräten und audiologischen Hilfsmitteln, führen Anpassungen, Wartungen und Reparaturen von Hörsystemen durch und begleiten Patienten bei der Rehabilitation. Durch die alternde Bevölkerung besteht ein wachsender Bedarf an dem Beruf. Ausserdem gibt es Möglichkeiten der Weiterbildungen, beispielsweise für Cochlea-Implantate, Kinderhörsysteme oder in der Tinnitustherapie.
In der Orthopädie ist die Arbeit als Orthopädist nach einer vierjährigen dualen Ausbildung und einem vorausgesetzten obligatorischen Schulabschluss möglich. Die Ausbildung besteht aus Theorie an der Berufsfachschule, Praxis im Ausbildungsbetrieb und überbetrieblichen Kursen. Die Tätigkeit besteht aus der Anfertigung und Reparatur von Prothesen, Orthesen und Korsetten, der Patientenberatung, sowie der Zusammenarbeit mit Ärzten, Physiotherapeuten und Reha-Teams.
Als Zahntechniker ist eine duale Ausbildung von vier Jahren vorausgesetzt. Zahntechniker arbeiten in der Herstellung, Anpassung und Reparatur von Zahnersatz, Spangen und Schienen. Sie arbeiten eng mit Zahnärzten zusammen. Zudem können sie sich auf die Kieferorthopädie oder Implantattechnik spezialisieren. Sie können in Dentallaboren, Praxen oder der Dentalindustrie tätig sein.
Weitere Informationen zu den genannten Berufen gibt es hier:
Medizinisch-technische Berufe mit HF oder Studium
Auch Berufe, die einen Besuch der Höheren Fachschule erfordern, finden sich unter den medizinisch-technischen Berufen. Als Orthoptist arbeitet man spezialisiert an der Untersuchung, Diagnose und Behandlung von Sehstörungen und Problemen der Augenmuskulatur. Die Fachkräfte messen Sehschärfe und Augenstellung, erstellen individuelle Therapiepläne und beraten Patienten. Sie arbeiten eng mit Augenärzten zusammen. Orthoptisten können sich beispielsweise auf die Betreuung von Kindern mit Sehentwicklungsstörungen, auf neurologisch bedingte Sehstörungen oder auf spezialisierte therapeutische Verfahren zur Verbesserung des beidäugigen Sehens fokussieren
Radiologiefachpersonen durchlaufen eine dreijährigen Ausbildung an einer Höheren Fachschule, die eine Kombination aus Theorie und Praxis in Spitälern oder Radiologiezentren beinhaltet. Im späteren Berufsleben arbeiten sie im Bereich bildgebender Untersuchungen, unterstützen Ärzte bei Diagnosen und dokumentieren die Bilder. Die Voraussetzungen für die Ausbildung ist der Abschluss der Sekundarstufe II. Durch zunehmende Technologiesierung gibt es eine hohe Nachfrage an diesem Berufsfeld und es sind Weiterbildungen in Strahlenschutz, Hightech-Applikationen oder Leitungsfunktionen möglich.
Der Weg zum Biomedizinischen Analytiker besteht aus einer dreijährigen HF-Ausbildung mit der Voraussetzung, ein Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis, ein Fachmittelschulausweis oder eine Berufs-, Fach- oder gymnasiale Maturität zu haben. Ihre Aufgabe besteht in der Analyse von Blut-, Gewebe- oder Mikrobiologieproben. Zudem arbeiten sie in der Labordiagnostik und Qualitätssicherung. Um Chemie- und Pharmatechnologe zu werden, ist eine drei- bis vierjährige HF-Ausbildung oder ein Bachelor notwendig. Diese Fachkräfte arbeiten in der Produktion, Prüfung und Entwicklung pharmazeutischer und chemischer Produkte.
Für die Tätigkeit als Medizintechniker ist ein Studium im Bereich Medizintechnik nötig, wobei dies entweder an einer Fachhochschule (FH) oder einer Höheren Fachschule (HF) möglich ist. Die Dauer der Ausbildung dauert drei bis vier Jahre und setzt ein EFZ beziehungsweise die Maturität voraus. Als Medizintechniker arbeitet man an der Entwicklung, Wartung und am Betrieb medizinischer Geräte und Systeme. Alle Berufe im Life Science Bereich bieten eine hohe Zukunftssicherheit aufgrund steigender Nachfrage nach Labor- und Diagnostikleistungen. Es sind Weiterbildungen auf FH/Uni-Niveau möglich und Spezialisierungen und Einsatz in Industrie, Kliniken oder Forschung möglich.
Mehr Details erläutern die folgenden Artikel:
- Orthoptist
- Radiologiefachperson
- Biomedizinischer Analytiker
- Chemie- und Pharmatechnologe
- Medizintechniker
Beliebteste Ausbildungsberufe im Medizinisch-technischen Bereich
Die beliebtesten Ausbildungsberufe im medizinisch-technischen Bereich in der Schweiz sind vor allem Fachperson für medizinisch-technische Radiologie, Biomedizinische Analytiker und Zahntechniker. Diese Berufe sind besonders gefragt, da sie sichere Arbeitsplätze, gute Verdienstmöglichkeiten und vielseitige Karriere- und Weiterbildungsperspektiven bieten. Zudem kombinieren sie technisches, analytisches und handwerkliches Können, was sie für junge Menschen und in Anbetracht der Zukunftssicherheit attraktiv macht.
Medizinisch-technische Berufe – Weiterbildungen
Im medizinisch-technischen Bereich in der Schweiz bestehen vielfältige Möglichkeiten, sich nach der Grundausbildung fachlich weiterzuentwickeln und Karriere zu machen. Über eine Berufsprüfung zum Hörsystemspezialisten können sich Hörsystemakustiker nach dem EFZ fachlich weiterbilden. So ist es möglich in spezialisierte Versorgungsbereiche wie Cochlea-Implantate oder Kinderhörberatung einzusteigen.
Für Berufe mit HF- oder FH-Studium bestehen zusätzlich Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Medizintechniker können ihre Kenntnisse durch Weiterbildungen im Bereich Clinical, Regulatory and Quality Affairs for Medical Devices and In-Vitro Diagnostics vertiefen. Sie können auch einen Master-Abschluss (wie Biomedical Engineering) an einer Universität anstreben.
Innerhalb der Radiologie oder der Medizintechnik existieren fortgeschrittene Weiterbildungen, welche auf Regulatorik, Qualitätsmanagement oder medizinische Informatik konzentriert sind, Zudem können sich Radiologiefachpersonen in anderen grosse Fachbereichen wie Radio-Onkologie, Nuklearmedizin oder diagnostischer Radiologie weiterbilden.
Mit entsprechender Erfahrung und ergänzenden Fortbildungen können Fachkräfte auch in Leitungspositionen aufsteigen und sich außerhalb der direkten Patientenversorgung auch auf die Ausbildung neuer Fachpersonen, Übernahme der Teamleitung oder Aufgaben im Management fokussieren. Diese Karriereschritte sind vor allem in technologieintensiven Bereichen wie der Medizintechnik oder in der Diagnostik möglich.
Passende medizinisch-technische Jobs
Passende Jobs im medizinisch-technischen Bereich findet man bei Medi-Karriere. Hier gibt es Jobs als Orthopädist, Stellenangebote als Biomedizinischer Analytiker, Stellen für Medizintechniker und viele mehr.



