Inhaltsverzeichnis
Während die Arbeit im Labor früher oft als langweilig und „staubig“ galt, hat der Arbeitsplatz heute längst sein „graues Mäuschen“-Image verloren. Fachkräfte aus diesem Bereich sind für die verschiedensten Branchen gefragt und auf Berufseinsteiger warten vielfältigste Aufgaben in einem sich rasant entwickelnden Arbeitsumfeld. Mehr zur Tätigkeit im Labor, beruflichen Möglichkeiten und Verdienstchancen gibt es in diesem Artikel.
Das Wichtigste zur Arbeit im Labor in Kürze
- In Schweizer Laboren arbeiten unter anderem Laboranten EFZ, Biomedizinische Analytiker HF, Biologen, Chemiker und Labormediziner.
- Die Aufgaben reichen von der Probenentnahme und Analyse bis zur Qualitätssicherung, Methodenentwicklung und Auswertung von Messdaten.
- Welche Ausbildung erforderlich ist, hängt vom Laborbereich und der jeweiligen Funktion ab.
- Laboranten verdienen in der Schweiz durchschnittlich rund 72’300 Franken brutto pro Jahr.
- Der durchschnittliche Bruttojahreslohn von Biomedizinischen Analytikern liegt bei rund 79’300 Franken.
- Berufserfahrung, Fachrichtung, Region und Arbeitgeber beeinflussen die tatsächliche Lohnhöhe.
Inhaltsverzeichnis
Arbeiten im Labor
Als „Labor“ bezeichnet man einen Arbeitsplatz oder eine Einrichtung, in der eigens geschulte Fachkräfte naturwissenschaftliche, technische oder medizinische Analysen bzw. ähnliche Untersuchungen oder Experimente durchführen, die ein bestimmtes apparatives Umfeld verlangen. Dabei ist der Arbeitsplatz überaus divers – Laboreinrichtungen finden sich in einer Vielzahl an Fachbereichen, wozu unter anderem folgende gehören:
- Labormedizin
- Humangenetik
- Pharmakologie
- Lebensmittelindustrie
- Umweltlabore
- Textilindustrie
- Biotechnologie
Das unterschiedliche Fachpersonal arbeitet dabei in den Bereichen Forschung, Entwicklung, Kontrolle, Anwendungstechnik oder Diagnostik.

Laborgeräte und Labordiagnostik
Das Arbeitsfeld im Labor hängt grundsätzlich davon ab, um was für ein Labor es sich handelt. Das betrifft auch die Anforderungen hinsichtlich Materialien, Werkzeugen, Geräten sowie Sicherheit und Hygiene. Laboratorien lassen sich nach ihrem Zweck und Einsatzgebiet in verschiedene Bereiche gliedern. Dazu gehören unter anderem:
- Medizinische Labore
- Forschungs- und Entwicklungslabore
- Umwelt- und Lebensmittellabore
- Industrielle Prüf- und Qualitätslabore
Je nach Art des Labors werden unterschiedliche Fachkräfte benötigt (Mediziner, Naturwissenschaftler, Laboranten verschiedener Fachrichtungen) und unterschiedliche Zielsetzungen verfolgt. So kann die Arbeit der Qualitätssicherung und der Forschung dienen, der Kontrolle zur Einhaltung bestimmter Vorgaben oder beispielsweise der Ermittlung der Konzentration von gewissen Inhaltsstoffen.
Berufe im Labor
In medizinischen Laboren arbeiten Fachpersonen mit unterschiedlichen Bildungsabschlüssen, darunter Hochschulabschlüsse, Diplome einer Höheren Fachschule und eidgenössische Fähigkeitszeugnisse. Welche Qualifikation erforderlich ist, hängt von der Funktion und dem jeweiligen Laborbereich ab. Folgende Berufe sind häufig vertreten:
- Ärzte und andere akademische Fachpersonen mit entsprechender Qualifikation in der Labormedizin
- Biologen
- Chemiker
- Bioinformatiker
- Laboranten in medizinischen Forschungs- und Entwicklungslaboren insbesondere aus den Fachrichtungen Biologie und Chemie
- Biomedizinische Analytiker
Laborant/in Stellenangebote
In Umwelt- und Lebensmittellaboren werden beispielsweise Umwelt-, Lebensmittel- und Rohstoffproben auf ihre Zusammensetzung, Qualität oder mögliche Schadstoffe untersucht. In industriellen Forschungs- und Entwicklungslaboren entstehen darüber hinaus unter anderem Farben, Kunststoffe, Kosmetika, Aromen, Dünger oder Harze. Hier arbeiten vor allem:
- Chemiker
- Biologen
- Ingenieure
- Laboranten
Daneben arbeiten zum Beispiel auch Physiklaboranten in Laboreinrichtungen der Chemie- und Pharmaindustrie sowie im biotechnologischen Bereich. Über eine Weiterbildung bietet sich ausserdem die Möglichkeit, als naturwissenschaftlicher Labortechniker in diesem Arbeitsbereich tätig zu werden. Fachpersonen, die eine leitende Position bekleiden wollen, können zudem als Laborleiter arbeiten, wenn sie die entsprechenden Qualifikationen nachweisen können.

Aufgaben im Labor
Die Tätigkeitsfelder in einem Labor sind so vielfältig wie die Fachpersonen, die dort arbeiten. Ärzte und andere akademische Laborspezialisten übernehmen je nach Funktion unter anderem die fachliche Beurteilung und Interpretation von Laborergebnissen, beraten zu diagnostischen Fragestellungen und tragen Verantwortung für Qualität und Abläufe. Biologen können beispielsweise Untersuchungsmethoden entwickeln, Versuche planen, molekularbiologische Analysen durchführen und Ergebnisse auswerten.
Chemiker entwickeln und validieren je nach Labor analytische Verfahren, untersuchen Stoffe und Proben und werten Messresultate aus. In medizinischen Laboratorien erfordern fachliche Leitungsaufgaben eine entsprechende labormedizinische Qualifikation. Bioinformatiker wiederum verarbeiten die Datenmengen, die täglich im Labor entstehen, und sind für deren Auswertung zuständig.
Laboranten als weitere wichtige Berufsgruppe sind für viele praktische Aufgaben verantwortlich, die je nach Fachrichtung variieren können. Unter anderem zählen zu ihren Aufgaben:
- Gerätebedienung
- Reinigung, Kontrolle und Wartung von Arbeitsplatz und Laborinstrumenten
- Durchführung von Versuchen mit Zellkulturen und Organismen sowie Untersuchung von Substanzen
- Probenentnahme
- Herstellung und Untersuchung chemischer Stoffe
- Analytik und Qualitätskontrolle
- Erstellung von Versuchsprotokollen
Löhne in Labortätigkeiten
Der Lohn von Laborfachkräften in der Schweiz variiert unter anderem je nach gewähltem Berufsbild und persönlicher Qualifikation. Nach aktuellen Angaben von jobs.ch liegt der durchschnittliche Bruttojahreslohn eines Laboranten in der Schweiz bei rund 72’300 Franken. Enthalten sind Boni und der 13. Monatslohn. Lohnempfehlungen von Verbänden oder Vereinbarungen wie bspw. Gesamtarbeitsverträge (GAV) können hiervon jedoch abweichen. Im GAV der Berner Spitäler und Kliniken reichen die Lohnbänder 13 und 14, denen Laborfunktionen je nach Anforderungen zugeordnet werden können, seit dem 1. April 2026 von 64’961.70 bis 108’298.90 Franken pro Jahr.
Auch Biomedizinische Analytiker werden im GAV berücksichtigt. Je nach Aufgabenkomplexität werden sie den Lohnbändern 15 oder 16 zugeordnet. Diese reichen seit dem 1. April 2026 von 70’669.75 bis 118’265.40 Franken pro Jahr. Betrachtet man die gesamte Schweiz, weist jobs.ch für Biomedizinische Analytiker einen durchschnittlichen Bruttojahreslohn von rund 79’300 Franken aus. Für Biologen nennt der Lohnrechner einen Richtwert von rund 86’145 Franken und für Chemiker rund 97’674 Franken pro Jahr.
Die tatsächliche Höhe des Lohns hängt jedoch auch von weiteren Faktoren ab, wie zum Beispiel der Fachrichtung des Labors, dem Standort und der Unternehmensgrösse.
Passende Jobs im Labor
Aktuell auf der Suche nach einer neuen Stelle im Labor? Bei Medi-Karriere gibt es zahlreiche Jobs als Laborant, Stellen für Chemiker, Stellenangebote als Arzt und viele mehr.
Wenn Dir unsere Artikel gefallen und Du keine neue Veröffentlichung verpassen möchtest, dann kannst Du hier mit nur einem Klick medi-karriere.ch zu Deinen präferierten Quellen bei Google hinzufügen.
Häufige Fragen zur Arbeit im Labor
- Welche Berufe gibt es im Labor in der Schweiz?
- Wie viel verdient ein Laborant in der Schweiz?
- Was ist der Unterschied zwischen einem Laboranten EFZ und einem Biomedizinischen Analytiker HF?
- Welche Aufgaben übernimmt man in einem Labor?
In Schweizer Laboren arbeiten unter anderem Laboranten EFZ, Biomedizinische Analytiker HF, Biologen, Chemiker, Bioinformatiker, Ingenieure sowie entsprechend qualifizierte Labormediziner. Welche Berufe vertreten sind, hängt davon ab, ob es sich beispielsweise um ein medizinisches, biologisches, chemisches, industrielles oder umweltanalytisches Labor handelt.
Ein Laborant verdient in der Schweiz laut aktuellem Lohnrechner von jobs.ch durchschnittlich rund 72’300 Franken brutto pro Jahr. Der tatsächliche Lohn hängt unter anderem von Berufserfahrung, Fachrichtung, Region und Arbeitgeber ab.
Der Laborant EFZ absolviert eine dreijährige berufliche Grundbildung in einer der Fachrichtungen Biologie, Chemie, Textil oder Farbe und Lack. Der Biomedizinische Analytiker HF erwirbt dagegen einen Abschluss der Höheren Fachschule und ist auf medizinische Analysen von Gewebe, Zellen und Körperflüssigkeiten spezialisiert.
Zu den typischen Aufgaben im Labor gehören die Entnahme und Vorbereitung von Proben, die Durchführung von Versuchen und Analysen, die Bedienung von Laborgeräten, die Auswertung von Messdaten sowie die Dokumentation und Qualitätskontrolle. Die konkreten Aufgaben hängen von der Fachrichtung und Qualifikation ab.
- vpod Bern, “Ausführungsbestimmungen Richtfunktionen GAV Berner Spitäler und Kliniken”, https://bern.vpod.ch/... (Abrufdatum: 03.09.2026)
- vpod Bern, “Lohntabelle GAV Berner Spitäler und Kliniken, gültig seit 2024”, https://bern.vpod.ch/... (Abrufdatum: 03.09.2026)
- Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich, Amt für Wirtschaft und Arbeit, “Lohnbuch 2026”, orell füssli
- aprentas, “Weiterbildung”, https://www.aprentas.com/... (Abrufdatum: 03.09.2026)



