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Die Schweiz plant eine grundlegende Neuausrichtung des elektronischen Patientendossiers (EPD). Dieses soll nach dem Entwurf des Bundesrates durch das elektronische Gesundheitsdossier, kurz E-GD, ersetzt werden. Eine Einführung soll frühestens 2030 erfolgen, ist aber noch nicht beschlossen. Das Swiss eHealth-Barometer 2026 zeigt, welche Erfahrungen Ärzte, IT-Verantwortliche in Spitälern, kantonale Akteure und die Bevölkerung mit der Digitalisierung machen und welche Anforderungen sie an künftige Lösungen stellen. Damit zeigt es auf, was im Zuge der Dossier-Reform beachtet werden sollte.
Das Wichtigste zu E-GD und eHealth Barometer in Kürze
- Der Bundesrat möchte das heutige Elektronische Patientendossier (EPD) durch das Elektronische Gesundheitsdossier (E-GD) ablösen.
- Die Ablösung soll frühestens 2030 erfolgen. Das dafür vorgesehene Bundesgesetz wird noch im Parlament beraten. Bis dahin bleibt das aktuell gültige EPD in Betrieb und kann weiterhin genutzt werden.
- Leistungserbringer, die über die obligatorische Krankenpflegeversicherung abrechnen, sollen künftig das E-GD nutzen und behandlungsrelevante Daten eintragen.
- Das Swiss eHealth-Barometer hilft dabei, die aktuelle Stimmungslage zur Digitalisierung des Gesundheitswesens zu erheben.
- Gesundheitsfachpersonen erwarten funktionierende Systeme und eine Entlastung im Berufsalltag.
- Die Bevölkerung erwartet eine nachvollziehbare Datenverarbeitung und Selbstbestimmung bei der Einsichtnahme.
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EPD als Schlüsselprojekt von eHealth Suisse
Das elektronische Patientendossier (EPD) gilt als eines der wichtigsten Digitalisierungsprojekte im Schweizer Gesundheitswesen. EHealth Suisse, das Kompetenz- und Koordinationszentrum von Bund und Kantonen, begleitet dessen Weiterentwicklung und fördert den sicheren Austausch von Gesundheitsdaten. Ziel des EPD ist es, medizinische Informationen sicher bereitzustellen und den Informationsaustausch zwischen den beteiligten Leistungserbringern zu erleichtern.
Im November 2025 wurde nun vom Schweizer Bundesrat ein Gesetzentwurf verabschiedet, nach dem das EPD mittelfristig durch das Elektronische Gesundheitsdossier (E-GD) abgelöst werden soll. Dies soll frühestens 2030 geschehen. Bis dahin ist das aktuell gültige EPD in Betrieb. Die zuständige Kommission des Nationalrates trat im Februar 2026 auf die Vorlage ein und begann im April 2026 mit der Detailberatung. Im Mittelpunkt standen insbesondere Datenschutz, Datensicherheit, die mögliche Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und die Frage, welche Informationen als behandlungsrelevant gelten.
Mehr zu eHealth Suisse findest Du hier:
Mehr zum elektronischen Patientendossier findest Du in unserem Artikel:
Zentrale Unterscheide zwischen heutigem EPD und geplantem E-GD
Die folgende Tabelle zeigt die zentralen Unterschiede zwischen dem aktuell gültigen EPD und dem geplanten E-GD (Einführung nach aktueller Planung im Jahr 2030) auf.
| Merkmal | Heutiges EPD | Geplantes E-GD |
|---|---|---|
| Eröffnung | Aktive Eröffnung durch Patienten | Automatische, kostenlose Eröffnung mit Widerspruchsmöglichkeit |
| Technische Struktur | Mehrere zertifizierte Gemeinschaften und Stammgemeinschaften | Zentral verantwortete technische Infrastruktur des Bundes |
| Anschlusspflicht | Vor allem stationäre Einrichtungen und neu zugelassene Ärzte | Ausweitung auf OKP-Leistungserbringer vorgesehen |
| Datenübertragung | Häufig noch über Portallösungen und manuelle Prozesse | Automatische Übertragung aus Primärsystemen angestrebt |
eHealth-Barometer erhebt Status quo der Digitalisierung
Das Swiss eHealth-Barometer untersucht seit 2009 den Stand und die Akzeptanz der Digitalisierung im Schweizer Gesundheitswesen. Die Befragung wird von gfs.bern durchgeführt; eHealth Suisse und die FMH (Verband Schweizer Ärzte) sind Studienpartner. Die aktuelle Ausgabe 2026 behandelt neben dem EPD unter anderem die digitale Vernetzung, Künstliche Intelligenz und Cybersicherheit. Aus ihr können Schlüsse gezogen werden, wie man die anstehende E-GD optimieren kann.
Befragt werden dabei Schweizer Gesundheitsfachpersonen aus drei Gruppen: Ärzte, IT-Verantwortliche in Spitälern und eHealth-Verantwortliche in kantonalen Verwaltungen. In einem separaten Teil wird zudem ein Stimmungsbild der Schweizer Bevölkerung in Bezug auf die Digitalisierungslage im Gesundheitswesen erhoben. Die zentralen Ergebnisse werden im Folgenden dargestellt.
Datengrundlage 2026
Für die aktuelle Ausgabe des Swiss eHealth-Barometers wurden rund 1'600 Personen aus der Schweizer Bevölkerung sowie 1'187 Gesundheitsfachpersonen (1'143 Ärzte, 33 IT-Verantwortliche und elf eHealth-Verantwortliche in kantonalen Verwaltungen) befragt. Ziel der Studie ist es, die Einstellung der Bevölkerung und der Gesundheitsfachpersonen zur Digitalisierung im Gesundheitswesen regelmässig zu erfassen.
Gesundheitsfachpersonen erwarten funktionierende Systeme
In der Ausgabe 2026 zeigte sich dabei, dass die befragten Gesundheitsfachpersonen funktionierende digitale Prozesse erwarten. Dazu gehören eine zuverlässige digitale Infrastruktur, der reibungslose Datenaustausch zwischen verschiedenen IT-Systemen, sowie möglichst einfache Arbeitsabläufe.
Digitale Anwendungen sollen den administrativen Aufwand reduzieren und Informationen schneller verfügbar machen. Voraussetzung dafür ist jedoch eine gute Interoperabilität – also die Fähigkeit verschiedener IT-Systeme, Daten sicher und reibungslos auszutauschen – zwischen Praxissoftware, Spitälern, Laboren und weiteren Leistungserbringern. Die Befragten heben dabei hervor, dass die digitalen Systeme zuverlässig funktionieren, einfach zu bedienen und einen erkennbaren Mehrwert für Patienten und Gesundheitsfachpersonen bieten sollen.
79 Prozent der befragten Praxisärzte führen ihre Krankengeschichten bereits jetzt vollständig elektronisch. Allerdings bewerten nur 29 Prozent der befragten Praxisärzte das heutige EPD als gut. 45 Prozent der Praxisärzte beurteilen es negativ.
Bevölkerung fordert nachvollziehbare Datenverarbeitung und Selbstbestimmung
Die Ergebnisse des Swiss eHealth-Barometers zeigen zudem, dass die Schweizer Bevölkerung weiteren Digitalisierungsschritten grundsätzlich offen gegenübersteht. 44 Prozent der Bevölkerung möchten ein EPD eröffnen. 36 Prozent sind noch unentschlossen, 20 Prozent lehnen eine Eröffnung ab. Digitale Angebote werden vor allem dann positiv bewertet, wenn sie den Alltag erleichtern, administrative Abläufe vereinfachen oder die medizinische Versorgung verbessern.
Viele Befragte möchten dabei aber nachvollziehen können, welche Daten gespeichert werden, wer darauf zugreifen darf und zu welchem Zweck sie verwendet werden. Ebenso wichtig ist für viele Menschen die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, welche Gesundheitsfachpersonen oder Institutionen auf ihre Gesundheitsdaten zugreifen dürfen. Transparenz und Selbstbestimmung stärken das Vertrauen in digitale Gesundheitsangebote.
Fazit: Digitalisierung braucht mehr als neue Technologien
Die Studienergebnisse zeigen, dass digitale Anwendungen nur dann dauerhaft akzeptiert werden, wenn sie zuverlässig funktionieren, einfach zu bedienen sind und einen erkennbaren Mehrwert für Patienten und Gesundheitsfachpersonen bieten. Ebenso wichtig sind klare gesetzliche Rahmenbedingungen und ein verantwortungsvoller Umgang mit Gesundheitsdaten.
Gleichzeitig gewinnen neue Technologien wie Künstliche Intelligenz zunehmend an Bedeutung. Damit sie im Gesundheitswesen akzeptiert werden, müssen sie zuverlässig funktionieren, nachvollziehbar sein und die Versorgung oder Arbeitsabläufe spürbar verbessern. Diese Massnahmen schaffen die Brücke für eine saubere und von Akzeptanz geprägte Umstellung vom EPD zum E-GD.
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Häufige Fragen zum eHealth-Barometer
- Was ist die eHealth-Strategie der Schweiz?
- Was versteht man unter eHealth?
- Welche Beispiele gibt es für eHealth?
- Wer ist verpflichtet, ein EPD zu führen?
Die eHealth-Strategie der Schweiz verfolgt das Ziel, das Gesundheitswesen durch digitale Lösungen effizienter, sicherer und besser vernetzt zu gestalten. Dazu gehören unter anderem der Ausbau des elektronischen Patientendossiers (EPD), die Förderung interoperabler IT-Systeme, sowie der sichere Austausch von Gesundheitsdaten zwischen allen Beteiligten.
Unter eHealth versteht man den Einsatz digitaler Informations- und Kommunikationstechnologien im Gesundheitswesen. Dazu zählen beispielsweise das elektronische Patientendossier, Telemedizin, digitale Gesundheitsanwendungen, elektronische Rezepte, sowie der sichere Austausch medizinischer Daten zwischen Gesundheitsfachpersonen.
Zu den wichtigsten eHealth-Anwendungen gehören das elektronische Patientendossier (EPD), Telemedizin, Online-Terminvereinbarungen, elektronische Rezepte, digitale Gesundheits-Apps, Video-Sprechstunden, sowie der digitale Austausch von Laborbefunden oder Röntgenbildern zwischen verschiedenen Leistungserbringern.
Für Patienten ist das elektronische Patientendossier freiwillig. Seit 2022 sind jedoch Akutspitäler, psychiatrische Kliniken und Rehabilitationskliniken verpflichtet, sich einer zertifizierten EPD-Gemeinschaft anzuschliessen und das EPD anzubieten. Für Arztpraxen oder Pflegeheime gelten teilweise andere oder schrittweise eingeführte Regelungen.
- FMH, “Swiss eHealth-Barometer 2026: Digitalisierung im Gesundheitswesen: Bevölkerung fordert Selbstbestimmung – Gesundheitsfachpersonen erwarten funktionierende Infrastruktur”, https://www.fmh.ch/... (Letzter Zugriff am: 11.07.2026)
- Bundesamt für Gesundheit BAG, “Strategie eHealth Schweiz 2.0”, https://www.bag.admin.ch/... (Letzter Zugriff am 15.07.2026)



