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Medi-Karriere Magazin Privatuniversitäten Medizin Schweiz

Privatuniversitäten für Medizin in der Schweiz: Chancen, Kosten und Zulassung im Überblick 

Privatuniversitäten für Medizin in der Schweiz: Chancen, Kosten und Zulassung im Überblick 

Wer den Traum vom Medizinstudium hegt, steht in Deutschland oft vor einer scheinbar unüberwindbaren Hürde: dem Numerus Clausus. Viele angehende Ärztinnen und Ärzte suchen deshalb Alternativen im Ausland – und kommen dabei schnell auf das kleine, aber bildungsstarke Nachbarland Schweiz. Die Kombination aus erstklassiger Hochschullandschaft, hochwertigem Gesundheitssystem und Zugang ohne klassischen NC macht die Schweiz zu einem begehrten Studienland für Humanmedizin.

Doch wie sieht es hier mit passenden Privatunis aus? Welche Chancen bestehen? Und was kostet ein Medizinstudium in der Schweiz tatsächlich? Dieser Artikel liefert den umfassenden Überblick.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kein klassischer NC – Zulassung über den Eignungstest EMS
  • Erstklassige Forschung und klinische Ausbildung an renommierten Hochschulen
  • Studium auf Deutsch möglich (je nach Hochschulstandort)
  • International anerkannter Abschluss mit guten Karriereperspektiven
  • Hohe Lebensqualität in attraktiven Universitätsstädten
  • Keine klassischen privaten Medizinuniversitäten
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bei Studiengebühren

Die medizinischen Universitäten der Schweiz im Überblick

An dieser Stelle ist eine wichtige Klarstellung nötig: Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in der Schweiz im engeren Sinne keine klassischen privaten Medizinuniversitäten für Humanmedizin, die unabhängig vom staatlichen System operieren. Die medizinischen Fakultäten sind allesamt staatlich getragene Einrichtungen der Kantone. Angeboten wird das Medizinstudium in der Schweiz an folgenden Universitäten:

  • Basel
  • Bern
  • Freiburg
  • Genf
  • Lausanne
  • Neuchâtel
  • Zürich
  • Lugano

Je nach Kanton und Standort findet der Unterricht auf Deutsch, Französisch, Italienisch oder – wie in Freiburg – zweisprachig statt.

Für Studieninteressierte aus Deutschland, die über Privatuniversitäten nachdenken, sind die Schweizer Universitäten dennoch eine besonders attraktive Alternative: Sie bieten viele Vorzüge privater Hochschulen – hohe Lehrqualität, kleinere Kohorten, individuelle Betreuung – ohne die exorbitanten Studiengebühren mancher Privatunis in anderen Ländern.

Universität Zürich (UZH)

Die Universität Zürich ist mit über 27’000 Studierenden eine der grössten Hochschulen der Schweiz und bietet Studiengänge in Human-, Zahn- und Veterinärmedizin sowie Chiropraktik an. Die UZH kooperiert eng mit der ETH Zürich und gehört zu den forschungsstärksten Institutionen Europas.

Ein besonderes Angebot ist der Joint Medical Master (JMM), der seit 2020 gemeinsam mit den Universitäten St. Gallen und Luzern angeboten wird. Die Studiengebühren in Zürich liegen pro Semester bei circa 780 Schweizer Franken. Für Bildungsausländer kommt unter anderem im Bachelorstudium jedoch noch ein Zuschlag von rund 500 Franken hinzu. Zusätzlich entfallen zu Beginn Bewerbungsgebühren.

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Universität Bern

Die 1834 gegründete Universität Bern zählt zu den führenden akademischen Institutionen der Schweiz. Ihre medizinische Fakultät umfasst fast 2’500 Studierende in Human- und Zahnmedizin und kooperiert eng mit dem Inselspital Bern, dem grössten Spital der Schweiz. Die Fakultät ist bekannt für ihre starke Forschungsorientierung und exzellente klinische Ausbildung.

Absolventen der Berner Medizinfakultät sind international gefragt und haben Zugang zu herausragenden Karrierechancen in der klinischen Medizin, der Forschung und der Gesundheitsverwaltung.

Universität Basel

Die Universität Basel ist die älteste Universität der Schweiz, gegründet 1460. An ihrer medizinischen Fakultät wird das Studium der Human- und Zahnmedizin auf Deutsch angeboten. Ein Alleinstellungsmerkmal: Human- und Zahnmedizinstudierende absolvieren die ersten zwei Jahre gemeinsam und erhalten so einen breiten interdisziplinären Einblick.

Basel profitiert von seiner geographischen Lage im Dreiländereck Deutschland–Frankreich–Schweiz und der Nähe zu Weltkonzernen, was einzigartige Forschungs- und Praxiseinblicke bietet.

Universität Freiburg (Fribourg)

Die Universität Freiburg ist ein Sonderfall: Als einzige Schweizer Universität bietet sie das Medizinstudium vollständig zweisprachig auf Deutsch und Französisch an. Der Unterricht findet dabei in kleinen Kohorten statt, was den persönlichen Kontakt fördert.

Der EMS – der Schlüssel zur Zulassung

Der Eignungstest für das Medizinstudium in der Schweiz (EMS) ist das zentrale Zulassungsinstrument an fast allen Schweizer medizinischen Fakultäten. Er ersetzt den Numerus Clausus und gibt Bewerbern mit unterschiedlichen schulischen Stärken eine faire Chance. Der Test findet einmal jährlich, meist Anfang Juli, statt und muss vor Ort absolviert werden. Die Teilnahmegebühr beträgt 300 Franken.

Bewerbung und Fristen: So läuft das Verfahren ab

Die Bewerbung für das Medizinstudium in der Schweiz ist an klare Fristen gebunden. Für das Studium an Universitäten mit Eignungstest sehen diese wie folgt aus:

  1. Voranmeldung zwischen Dezember und 15. Februar online über swissuniversities.ch
  2. Einreichung der Bewerbungsunterlagen bei der Wunschuniversität (Januar bis März)
  3. Meist April/Mai: Anmeldung zum EMS, Frist: 45 Tage vor dem Test
  4. KW 27 (Juli): EMS-Test
  5. Ab Ende Juli: Rückmeldung von der Wunsch-Uni sowie anschliessend Bestätigung des Studienplatzes durch Dich bis Anfang August

Der Prozess für die Zulassung an Universitäten ohne NC ist vergleichsweise kürzer und beinhaltet die Voranmeldung über swissuniversities.ch sowie die Immatrikulation bei der gewünschten Universität.

Kosten des Medizinstudiums in der Schweiz

Ein Medizinstudium in der Schweiz ist – gemessen an echten Privatuniversitäten in anderen Ländern – vergleichsweise günstig. Dennoch sind die Gesamtkosten nicht zu unterschätzen.

Studiengebühren

Die Studiengebühren variieren je nach Universität und liegen im Durchschnitt bei rund 800 Schweizer Franken pro Semester. Die günstigste Option ist die Universität Genf mit rund 500 Franken, die teuerste Uni ist Zürich mit über 1’200 Schweizer Franken pro Semester für Studierende aus dem Ausland. Echte Privatuniversitäten für Medizin in anderen Ländern verlangen im Vergleich hierzu pro Semester deutlich höhere Beiträge.

Lebenshaltungskosten

Studierende sollten mit mindestens 2’000 Schweizer Franken pro Monat für Miete, Lebensmittel, Versicherung, Freizeit und ähnliche Posten rechnen. Über das gesamte sechsjährige Studium summieren sich die Lebenshaltungskosten damit auf rund 144’000 Franken. Je nach persönlichen Gegebenheiten kann dies jedoch höher oder niedriger ausfallen.

Zur finanziellen Unterstützung gibt es zahlreiche Stipendienmöglichkeiten, die bei der Studienfinanzierung helfen können.

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Tipps zur Vorbereitung auf das Medizinstudium in der Schweiz

Bevor Du in Dein Medizinstudium in der Schweiz starten kannst, sind einige Punkte zu beachten. Damit Du rechtzeitig alles Wichtige erledigt hast, solltest Du folgende Tipps beachten:

  • Frühzeitig mit der EMS-Vorbereitung beginnen: Der Test ist anspruchsvoll und erfordert gezieltes Training. Übe daher vorher ausreichend, zum Beispiel mit konkreten Übungsmaterialien.
  • Sprachkenntnisse sicherstellen: Mindestens C1 in der Unterrichtssprache (Deutsch oder Französisch) ist Voraussetzung.
  • Bewerbungsfristen kennen: Anmeldeschluss ist stets der 15. Februar für das folgende Wintersemester.
  • Finanzierungsplan für Lebenshaltungskosten und ähnliches erstellen und Stipendienoptionen prüfen.
  • Informationen zu Wohnmöglichkeiten einholen: Günstige WG-Zimmer in Universitätsstädten sind beliebt und schnell vergeben.

Fazit: Lohnt sich das Medizinstudium an einer Schweizer Universität?

Ein klares Ja – mit realistischen Erwartungen. Die Schweiz bietet Dir die Möglichkeit eines qualitativ hochwertigen Medizinstudiums mit hochqualifizierten Lehrenden, modernste Kliniken, kleine Studiengruppen und einen international anerkannten Abschluss. Der entscheidende Unterschied zu klassischen Privatuniversitäten: Die Studiengebühren sind moderat, die Hürde liegt stattdessen im selektiven EMS-Zulassungsverfahren.

Für Bewerber, die bspw. den NC in Deutschland verpassen, aber akademisch stark und gut vorbereitet sind, stellt das Medizinstudium in der Schweiz eine erstklassige Alternative dar. Wer die Chance nutzen möchte, sollte jedoch früh beginnen.

Unterstützung durch Agenturen

Anzeige: Wer den Weg Medizinstudium im Ausland gehen möchte, kämpft oft mit einem Dschungel aus Bewerbungsportalen, Sprachtests, Aufnahmeprüfungen und Behördengängen. Hier können spezialisierte Agenturen unterstützen, die sich ausschliesslich auf das Medizinstudium im Ausland konzentrieren.

Ein Beispiel ist der Anbieter futuredoctor:

Er liefert einen ersten Überblick über geeignete Länder und Universitäten, bietet Hilfe bei der Auswahl passender Hochschulen sowie Begleitung zu Informations- oder Besichtigungsterminen vor Ort. Ausserdem erhält man dort Unterstützung bei der Bewerbung und Aufnahmeprüfungen und Hilfe bei Wohnungssuche, Einschreibung und Behördengängen im Gastland.

Solche Dienstleister verfügen meist über ein gewachsenes Netzwerk und Erfahrung mit typischen Stolpersteinen beim Medizinstudium im Ausland. Das kann den Einstieg spürbar erleichtern – ersetzt aber nicht die eigene gründliche Recherche und Entscheidung.

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Quellen
  1. swissuniversities.ch, Anmeldung zum Medizinstudium, https://www.swissuniversities.ch/... (letztes Abrufdatum: 04.05.2026)
  2. swissuniversities.ch, Studiengebühren der universitären Hochschulen, https://www.swissuniversities.ch/... (letztes Abrufdatum: 04.05.2026)
  3. Universität Zürich, Partnerschaften, https://www.uzh.ch/... (letztes Abrufdatum: 30.04.2026)
  4. Universität Zürich, Gebühren und Beiträge für das Studium, https://www.uzh.ch/... (letztes Abrufdatum: 30.04.2026)
  5. Universität Basel, Die Medizinische Fakultät der Universität Basel, https://medizin.unibas.ch/... (letztes Abrufdatum: 30.04.2026)
  6. Universität Bern, Medizinische Fakultät, https://www.medizin.unibe.ch/... (letztes Abrufdatum: 30.04.2026)
  7. Universität Freiburg, Bachelor in Humanmedizin, https://www.unifr.ch/... (letztes Abrufdatum: 30.04.2026)

 

Redaktion
Pia Lersch
Pia Lersch
Redakteurin
Zuletzt aktualisiert: 13.07.2026

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