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Ist ein Medizinstudium ohne Matura in der Schweiz überhaupt möglich? Dieser Artikel beschäftigt sich mit Wegen und Voraussetzungen, wie sich Interessenten auch ohne gymnasiale Matura den Wunsch, Medizin in der Schweiz zu studieren, erfüllen können.
Das Wichtigste in Kürze
Ein Medizinstudium ohne gymnasiale Matura ist in der Schweiz nicht direkt, aber über Ersatzwege möglich - etwa über die Berufsmaturität oder Fachmaturität mit Passerelle oder über ein anerkanntes ausländisches Reifezeugnis. Für viele Studienorte ist zusätzlich der EMS entscheidend. Auch Medizinunis ohne klassischen Numerus clausus vor Studienbeginn existieren, diese selektieren aber nach dem ersten Studienjahr stark. Ein realistischer Plan B ist unabdingbar.
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Medizinstudium ohne Matura: Geht das?
Ein Medizinstudium ohne gymnasiale Maturität ist möglich, aber schwierig. Wer keine gymnasiale Matura besitzt, hat Möglichkeiten, mit der Berufsmaturität oder Fachmaturität mit Passerelle in das Medizinstudium zu starten. Doch auch dieser Weg ist mit Hürden verbunden. Ganz ohne Matura ist ein Medizinstudium in der Schweiz faktisch nicht möglich.
Für Interessenten mit Traumberuf Arzt ist deshalb die wichtigste Regel: Der Hochschulzugang muss im Zweifel ersetzt, aber keinesfalls übersprungen werden. Wer keine gymnasiale Matura hat, sollte zuerst prüfen, welche Alternative zur anerkannten Hochschulreife führt.
Welche Wege gibt es ohne gymnasiale Matura?
Bei fehlender gymnasialer Maturität ist der Weg in das Medizinstudium am ehesten über eine Berufs- oder Fachmaturität mit Passerelle möglich. Auch ausländische Reiferzeugnisse wie das deutsche Abitur oder die österreichische Matura werden anerkannt. Ausländische Bewerber sollten jedoch beachten: Die Medizinstudienplätze für Nicht-Schweizer sind extrem begrenzt.
Berufsmaturität oder Fachmaturität mit Passerelle
Die Berufsmaturität oder Fachmaturität mit anschliessender Passerelle berechtigt zum Bachelorstudium an einer universitären Hochschule, sofern die Ergänzungsprüfung Passerelle bestanden wird. Beide Maturitätszeugnisse sind landesweit anerkannt. Doch Achtung: Nicht alle Medizinuniversitäten erlauben einen solchen Einstieg. Die Zulassungsbestimmungen können je nach Universität variieren. Wenn Du über diesen Weg einsteigen möchtest, solltest Du unbedingt vorab klären, ob dies an Deiner Wunschuniversität überhaupt möglich ist.
Ausländisches Reifezeugnis, Abitur oder Matura
Wer keine Schweizer Matura hat, aber zum Beispiel das deutsche Abitur oder eine österreichische Matura besitzt, bewirbt sich mit einem ausländischen Reifezeugnis. Die Anerkennung und Zulassung entscheidet die Wunschuniversität. Für ausländische Studienanwärter ist der Zugang zum Medizinstudium jedoch stark eingeschränkt: Wer weder Schweizer Pass noch Wohnsitz in der Schweiz hat, kann nicht zugelassen werden. Für Personen mit Wohnsitz, Aufenthaltsstatus oder Gleichstellungskriterien lohnt sich deshalb eine frühzeitige individuelle Abklärung.
Aufnahmeprüfung ohne Matura
Bei manchen Medizinstudiengängen können Aufnahmeprüfungen oder Sonderverfahren gegebenenfalls auch von Bewerbern ohne Matura durchgeführt werden. Dies ist aber die die absolute Ausnahme.
Schweizer Medizin-Universität mit EMS und ohne Numerus clausus
Einige Schweizer Universitäten ermöglichen einen Zugang zum Medizinstudium auch ohne NC bzw. mit EMS (Eignungstest für das Medizinstudium). Dies betrifft aber rein den Zugang. Als Voraussetzung, um zugelassen zu werden bleibt die gymnasiale Matura in vielen Fällen unabdingbar.
Universitäten mit EMS
An den Universitäten Basel, Bern, Freiburg und Zürich, an der Università della Svizzera italiana sowie an der ETH Zürich ist der Zugang zu medizinischen Studiengängen begrenzt. Die Studienplätze werden dort auf Basis des Eignungstests für das Medizinstudium, kurz EMS, vergeben. Dieser ist das zentrale Auswahlverfahren für das Medizinstudium in der Schweiz. Konkret handelt es sich um einen Test zu Denk- und Merkfähigkeit sowie logischem und räumlichem Verständnis.
Universitäten ohne Numerus clausus
Die Universitäten in Genf, Lausanne und Neuenburg erheben im ersten Bachelorstudienjahr in Humanmedizin keinen Numerus clausus. Das bedeutet jedoch nicht, dass alle Bewerber automatisch dauerhaft weiterstudieren können: Am Ende des ersten Studienjahres findet eine Selektion statt, und der Zugang zum zweiten Bachelorjahr erfolgt über einen Concours.
Bewerbung für ein Medizinstudium ohne Matura
Wer Medizin in der Schweiz ohne klassische Matura anstrebt, sollte in Schritten planen. Zuerst steht die Frage nach dem anerkannten Hochschulzugang: Passerelle, ausländisches Reifezeugnis oder ein anderer von der Universität akzeptierter Ausweis. Danach folgt die Voranmeldung über swissuniversities. Für den Studienbeginn im Herbst muss diese jeweils zwischen Dezember und dem 15. Februar erfolgen. Bei Universitäten mit Numerus clausus kommt danach die EMS-Anmeldung hinzu, welche oft spätestens Mitte Mai erfolgen muss.
Wichtig sind ausserdem Sprachkenntnisse. Je nach Studienort wird auf Deutsch, Französisch oder Italienisch studiert beziehungsweise geprüft. Der EMS kann offiziell in Deutsch, Französisch oder Italienisch absolviert werden. Bei der Anmeldung muss ein Testort in der gewünschten Sprache gewählt werden. Wer über Neuenburg, Lausanne oder Genf einsteigt, muss sich besonders mit den französischsprachigen Anforderungen auseinandersetzen.
Alternativen, wenn es nicht klappt
Nicht jeder Weg führt sofort ins Medizinstudium. Sinnvolle Alternativen sind die gymnasiale Matura für Erwachsene, die Passerelle nach Berufs- oder Fachmaturität oder zunächst eine Ausbildung im Gesundheitswesen. Eine Lehre, Berufserfahrung in Pflege, Rettungsdienst, Praxis oder Spital ersetzt die Zulassung nicht, kann aber helfen, Motivation, Belastbarkeit und berufliche Eignung realistisch einzuschätzen.
Medizinstudium ohne Matura – Fazit
Ein Medizinstudium in der Schweiz ohne Matura ist nicht grundsätzlich ausgeschlossen, aber auch kein direkter Quereinstieg. Wer keine gymnasiale Matura besitzt, braucht einen anerkannten Ersatz, meist über Passerelle oder ein gleichwertiges Reifezeugnis. Danach entscheiden Universität, Zulassungsstatus, Studienort und gegebenenfalls der EMS. Die beste Strategie ist daher: Hochschulzugang klären, Wunschuniversität kontaktieren, Fristen einhalten und den passenden Plan B vorbereiten.
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Häufige Fragen
- Kann man in der Schweiz Medizin ohne Matura studieren?
- Kann ich mit Berufsmaturität Medizin in der Schweiz studieren?
- Kann ich mit Fachmaturität Medizin studieren?
- Gibt es in der Schweiz Medizin-Unis ohne NC?
- Was ist der EMS in der Schweiz?
- Welche Sprache brauche ich für das Medizinstudium in der Schweiz?
- Ersetzt Berufserfahrung im Gesundheitswesen die Matura?
Direkt ist ein Medizinstudium in der Schweiz ohne Matura nicht möglich. Wer keine gymnasiale Matura hat, kann diesen Zugang unter Umständen über eine Berufsmaturität oder Fachmaturität mit Passerelle oder über ein anerkanntes ausländisches Reifezeugnis erlangen.
Mit einer Berufsmaturität allein ist der Zugang zum universitären Medizinstudium oft nicht ausreichend. In vielen Fällen ist zusätzlich eine bestandene Passerelle erforderlich. Es gelten jedoch die speziellen Zulassungsregeln der jeweiligen Universität.
Wer mit Fachmaturität Humanmedizin studieren möchte, benötigt meist ebenfalls die Passerelle. Danach muss geprüft werden, ob die gewünschte Universität den Vorbildungsausweis für Humanmedizin akzeptiert.
Ja, ein Medizinstudium ist in Genf, Lausanne und Neuenburg im ersten Bachelorjahr ohne klassischen Numerus clausus möglich. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Studium dort automatisch einfacher ist. Nach dem ersten Studienjahr findet eine Selektion statt, bei der entschieden wird, wer ins zweite Jahr aufsteigen kann.
Der EMS ist der Eignungstest für das Medizinstudium in der Schweiz. Er prüft keine medizinischen Vorkenntnisse, sondern Fähigkeiten wie logisches Denken, Merkfähigkeit, Konzentration, Textverständnis und räumliches Vorstellungsvermögen. Für viele medizinische Fakultäten in der Deutschschweiz und im Tessin ist der EMS ein zentraler Bestandteil des Zulassungsverfahrens.
Das hängt vom Studienort ab. In Zürich, Basel, Bern, Freiburg, Luzern und St. Gallen ist Deutsch besonders wichtig. In Genf, Lausanne und Neuenburg wird Französisch benötigt. In Lugano spielt Italienisch eine zentrale Rolle. Wer sich für den EMS anmeldet, sollte zudem die Testsprache passend zum Studienort und den eigenen Sprachkenntnissen wählen.
Nein, Berufserfahrung in Pflege, Praxis, Rettungsdienst oder Spital ersetzt die Matura für das Medizinstudium in der Schweiz in der Regel nicht. Sie kann aber bei der persönlichen Orientierung helfen und zeigen, ob der Arztberuf langfristig passt.
- futuredoctor, “EMS – Eignungstest für das Medizinstudium in der Schweiz”, https://www.future-doctor.de/... (Abrufdatum: 29.04.2026)
- swissuniversities, “Zulassungsverfahren mit Numerus Clausus”, https://www.swissuniversities.ch/... (Abrufdatum: 29.04.2026)
- swissuniversities, “Zulassung ohne Maturitätszeugnis”, https://www.swissuniversities.ch/... (Abrufdatum: 29.04.2026)




